Neue Bildersuche – Hilfe der Traffic bricht ein!

Gretus stellt heute auf SEO-United die – rhetorische? – Frage ob Google uns angelogen hat, als sie schrieben:

 In our tests, we’ve seen a net increase in the average click-through rate to the hosting website. (Quelle)

Er zeigt uns die Besucherstatistiken von Pixabay, einer Bilddatenbank für gemeinfreie Fotos, die in letzter Zeit einen deutlichen Einbruch der Trafficzahlen aufweisen:

Besuche gesamt

Besuche gesamt

Besuche Google Bildersuche

1240__550x105_pixabay_visitors_image_searchDer Trafficeinbruch ist so auffällig dass es schlicht ein Drama sein muss. Oder?

Welcher Traffic bricht da ein?

In der neuen Bildersuche von Google werden die Bilder beim Anklicken in voller Größe bereits in den Google-Suchergebnissen angezeigt, so dass viele Benutzer gar nicht mehr zu der Seite durchklicken. Dadurch bricht der durch Analytics-Tools wie GA oder Piwik gemessene Traffic natürlich ein.

Aber was beinhalteten denn die Zahlen vor dem 25. Januar? Auf google.com sah die Bildersuche bis dahin noch so aus, dass beim Anklicken eines Thumbnails in den Bildersuchergebnissen das Bild groß und zentral als Overly angezeigt wurde. Im Hintergrund wurde – durch das Overlay abgeschwächt – die Seite geladen in der das Bild zu finden ist. Das sah dann also so aus, wie es derzeit noch auf google.fr aussieht:

Google.fr BildergebnisseiteEin Besucher, der diese Bildvorschau als Overlay gesehen hat und daraufhin wieder zur Bilder-Suchergebnisseite zurück gegangen ist, wurde also als Besucher gewertet. Da muss man sich schon fragen, ob das denn Sinn machte. Der Benutzer war ja nicht wirklich auf der Seite. Klar, er hat außer dem Bild noch ein bisschen mehr von der Seite gesehen und dieses bisschen mehr könnte unter Umständen interessant genug gewesen sein, dass er zur Seite durchgeklickt hat.

Was wir hier also tatsächlich sehen, ist ein Rückgang der in Web-Analysesystemen gemessenen Besucher aus der Google Bildersuche, aber man kann auch damit argumentieren, dass die Zahlen bisher durch die Art der Darstellung künstlich hochgetrieben wurden.

Dies gilt nicht im gleichen Masse für die Bildersuche auf google.de wo das Overlaybild ja nicht angezeigt wird.

Man muss die neue Bildersuche wirklich nicht gut finden und als juristischer Laie halte ich sie auch für urheberrechtlich bedenklich, aber der Trafficeinbruch ist doch zunächst mal ein vermeintlicher Einbruch. Und natürlich war dieser zu erwarten, schlichtweg aufgrund der zugrundeliegenden technischen Änderungen in der Darstellung der SERP. Wenn der Javascript-Code des Analytics-Systems nicht ausgeführt wird, dann wird auch kein Besuch gezählt. Andersrum ist es aber halt auch so, dass ein Besuch gewertet wird wenn das Javascript getriggert wird – unabhängig davon, ob die Seite im kompletten Browserfenster geladen wird oder nur innerhalb eines Frames und dann noch abgeschattet unter einem Overlay-Bild. Was davon nun richtiger ist, darüber lässt sich sicher streiten. Darüber dass die größere Zahl “hübscher” aussieht vermutlich nicht.

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Comments

  1. So hatte ich bis zu einer Diskussion mit Martin Missfeld auch gedacht. ( http://goo.gl/lRJm5 )
    Ich habe darauf gelernt, dass so eine Schlussfolgerung nur derjenige Treffen kann, der auf der Seite eine Art Monetarisierung für obsolet hält. Es gibt für kreativ Schaffende aber andere Faktoren, die man nicht vernachlässigen darf.

    • Viktor, jetzt bin ich verwirrt. Welche Schlussfolgerung meinst Du? Ich stelle lediglich fest, dass in Javascript-basierten Systemen wie Google-Analytics dieser “Einbruch” zwangsläufig kommen musste. Denn diejenigen, die ein Thumbnail in der bisherigen Version auf google.com angeklickt haben, haben auch die Registrierung eines Visits ausgelöst. Das ist nun nicht mehr der Fall.
      Und auf google.com wurde garantiert oftmals nur das große Overlay-Bild angeschaut, ohne die abgeschwächt angezeigte Website im Hintergrund zu beachten. Was anderes habe ich doch gar nicht geschrieben.

  2. Deine Schlussfolgerung ist leider nicht richtig, denn speziell auf Pixabay hatte wir einen sogenannten FrameBuster eingesetzt. Das ist eine Zeile JavaScript, die die Einbettung in Frames nicht erlaubt. D.h. der Besucher landet NICHT auf er von Dir oben gezeigten Zwischenseite, sonder direkt auf Pixabay. Wird ein Bild irgendwo in einem Artikel gezeigt, dann ist so ein FrameBuster für die Besucher nicht unbedingt ideal, denn der Leser müsste zunächst das Bild erst im Artikel finden. Für ein Bilderportal macht ein FrameBuster Sinn und richtet keinen Schaden an. Das heißt, die Analysenzahlen oben sind korrekt und die Besucher haben einen direkten Einfluss auf das Portal.

    • Hallo Simon, danke für Deinen Kommentar. Dadurch weiß ich nun auch, dass Ihr auf pixabay einen Framebreaker einsetzt, das war aus Gretus’ Artikel nicht erkennbar. Ich nehme an, mit “meiner Schlussfolgerung” meinst Du diesen Teil:

      “der Trafficeinbruch ist doch zunächst mal ein vermeintlicher Einbruch.”

      Wie auch an dem Screenshot von google.fr erkennbar ist, bezieht sich das vor allem auf Websites die keinen Framebraker einsetzen, was wohl der weitaus größte Teil der Websites sein dürfte. In Eurem Fall bleibt es immer noch spannend zu sehen, wie sich die Conversions entwickeln. Ich nehme an, dass diese nicht so stark einbrechen werden. Allerdings glaube ich auch nicht dass sie steigen werden – daran glaubt wohl nur Google.

      Ich denke, ich habe es auch deutlich gemacht, dass ich diese neue Bildersuche nicht gut finde und auch für rechtlich äußerst problematisch halte. Aber ein Trafficeinbruch alleine im Javascript-basierten Webanalysesystem war aufgrund der Umsetzung der neuen Bildersuche zu erwarten. Die große Frage ist eben, wie sich die Bottomline verändert.

  3. @Frank die Schlussfolgerung es ginge nur um die messbaren Zahlen am Ende des Tages

    Worauf man hier auf jeden Fall das Augenmerk legen sollte ist die Absprungrate der Besucher, die von der Bildersuche kamen! Ob Framebreaker oder nicht, die Leute die sich nur das Bild mal ansehen wollten sind schnell wieder weg. Die anderen bleiben. Wie diese Veränderung nun dank der neuen Bildersuche sich gewandelt hat, das ist das Interessante an der Geschichte!

    • Genau, ich denke, da sind wir uns einig.

      Ich bin nicht der Meinung, dass es nur um die messbaren Zahlen geht. Wie ich schrieb, es geht auch darum, ob das rechtens ist, was Google da macht. Und da könnte ich mir durchaus vorstellen, dass es zumindest in D nicht mit dem Urheberrecht vereinbar ist.

      Nur, wenn man schon Messzahlen nutzt, dann darf man halt nicht Statistiken miteinander vergleichen, die auf völlig unterschiedlichen Voraussetzungen basieren. Und darum ging es mir in dem Artikel. Ich finde, dass die “Besuche”, die in der alten Version der google.com Bildersuche durch die Vorschau unter dem Overlay getriggert wurden, die Zahlen nach oben aufgebläht haben.

  4. irgendwie schwanke ich zwischen zweier Argumentationen hin und her http://www.ndr.de/ratgeber/netzwelt/audio147315.html

  5. Hallo, habe diesen Beitrag gerade im NZZ-Artikel entdeckt. :)
    Habe Gestern eine Auswertung betreffend E-Commerce Umsatz gemacht und einen Blogpost geschrieben:
    http://www.etaktiker.ch/artikel/neue-bildersuche-umsatz-traffic
    Fazit (für eilige):
    Last-Click E-Commerce Umsatz bricht nahezu im gleichen Ausmass ein wie der Traffic. :(

    • Hallo Daniel. Deine Auswertung habe ich gestern schon in der Bilder-SEO Community auf Google+ entdeckt und finde die Ergebnisse immer noch überraschend.
      Der “Trafficeinbruch” um knapp 70% aus der Bildersuche erstaunt mich dabei weniger als der Einbruch der durch die Bildersuche initiierten Transaktionen in nahezu gleicher Höhe. Das würde ja bedeuten, dass diejenigen die mit Kaufabsicht – oder zumindest latentem Kaufinteresse – die Bildersuche benutzen genauso selten zur Seite durchklicken wie diejenigen, die ein Produkt nur mal anschauen möchten.
      Hast Du dafür einen Erklärungsansatz, der sich vielleicht aus Deinen Auswertungen ergibt?

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